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Theater
Donnerstag, 14.10.21, 19:30 Uhr

Judas

Er ist aus der Hölle emporgestiegen, um seine Geschichte zu erzählen. Nicht nur, um seinen Namen reinzuwaschen, denn der steht unauslöschbar für Verrat. Ist es der Versuch eines Schuldbekenntnisses oder eher der Rechtfertigung? War er ein Werkzeug oder ein Opfer des Schicksals? Was waren die Gründe, die hinter seinem Tun standen? Was trieb ihn, Judas Iskari­oth, an? Wie wäre die Geschichte des christlichen Abendlandes weitergegangen, wenn er Jesus nicht verraten und falsches Zeugnis abgelegt hätte? Hätte es einfach ein anderer getan? Die flämische Autorin Lot Vekemans bietet in ihrem Monolog der Ikone des Verrats ein Plenum. Fast 2000 Jahre nach seiner Tat präsentiert sich Judas in einem Theaterstück und lässt uns an seiner Geschichte teilhaben. Der Text ist Augenzeugenbericht, Verteidigungsrede, Image-­Kampagne und Eingeständnis desje­nigen, der «schwärzer wurde als schwarz», weil alle anderen die Schuld am Tode des Messias auf ihn abladen konnten: «Ich wa­sche meine Hände in Unschuld». Vekemans lässt Judas über seine Wut, seine Enttäuschung und seine Sehnsüchte reden, ohne die Verantwortung für sein Handeln zu leugnen. Aber ist Zweifel nicht ein viel produktiverer Zustand als Glaube? Schliesslich hätte es ohne ihn und seine Tat auch Kreuzigung und Auferstehung nicht gegeben. Und so ging des einen Weg gen Himmel, während der andere zur Hölle fuhr.

Veranstaltungsort

Bühnen Bern - Vidmar 1
Könizstrasse 161
3097 Liebefeld