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Theater
Donnerstag, 16.09.21, 20:30 Uhr

Geld, Parzival

Spiel: Jessica Cuna, Grégoire Gros, Lina Hoppe, Ingo Ospelt, Suly Röthlisberger, Andri Schenardi, Sandra Utzinger, Daniel Steiner. Text: Joël László. Regie: Olivier Keller. Kostüme: Tatjana Kautsch. Szenografie: Dominik Steinmann. Musik: Daniel Steiner. Video: David Röthlisberger. Dramaturgie: Patric Bachmann. Vermittlung: Rebecca Etter. Technik: Andreas Bächli. Fotos: Anja Köhler. Koproduktion: Bühne Aarau, Kurtheater Baden, Vorarlberger Landestheater Bregenz, Tojo Theater Reitschule Bern. Theater Marie führt nach «Liliom» die Zusammenarbeit mit dem Autor Joël László weiter. Zusammen reisen sie mit Parzival durch eine Welt der Finanzen: dahin, wo das Geld regiert und die Verhaltenskodizes bestimmt. Parzival muss die Sitten der Geldvermehrung und des Umgangs unter Reichen lernen. Das Vakuum, in dem Parzival von seiner Mutter Herzeloyde grossgezogen wird, erweist sich als Bumerang. Der Reiz des Kapitalismus und der freiheitlichen Ideologie des Survival of the Fittest, vor dem die Mutter ihr Kind bewahren wollte, entwickelt seinen Sog umso gewaltiger auf den heranwachsenden Parzival. Mit unstillbarer Neugierde nach allem, was mit Geld und Reichtum zu tun hat, macht sich Parzival auf seinen Weg. Nun muss er viele Abenteuer, Angenehmes und Ungemach, bestehen und sich die von Geldsucht zivilisierte Welt erobern. Dabei ist ihm seine Naivität und Direktheit manchmal Hilfe, aber auch oft Hindernis. In Parzival sollen sich die Zuschauenden wiedererkennen. Mit einer bisweilen kindlich anmutenden Naivität stolpert er durch sein Leben. Und stösst ständig auf Dinge, die er nicht verstehen kann. Trotzdem hat er gelernt, so zu tun, als ob er den Überblick hätte und mit Vernunft alle Schwierigkeiten lösen könnte. Mit dem Älterwerden fällt ihm aber auf, dass er den ganz grossen existentiellen Fragen – schreiende wirtschaftliche Ungerechtigkeiten, Krankheiten, ökologische Leiden oder Wunden der Welt – sehr wenig zu entgegnen hat. Er sucht nach einem Mitgefühl, nach einer Sorge um die Zukunft seiner Welt, die ihn zu verantwortungsvollem Handeln animieren könnte. Parzival sucht nach dem empathischen Gefühl für kommende Generationen. Er möchte Vater sein. Dass Geld als Heilsversprechung nicht taugt, sondern ein Gefühl von Kälte verbreitet, erschliesst sich Parzival aus Joël Lászlós Stück nur nach und nach. Theater Marie stellt den Motiven einer durch Kapitalismus und Geldfokussierung geprägten Gesellschaft Kindergesichter entgegen. Kinder sind die Zukunft. Kinder brauchen Hoffnung. Sie tauchen in der Gralsburg auf und heischen Mitleid. Sie gucken Parzival beim Wüten zu. Kinder schauen Erwachsenen bei ihrem Tun zu: manchmal staunend und immer mit der Zuversicht, dass die Zukunft gut sein wird.

Weitere Veranstaltungsdaten

Veranstaltungsort

Tojo Theater Reitschule
Neubrückstrasse 8
3001 Bern
tojo@reitschule.ch