Franz Gertsch im Wechselspiel der Zeit
Von Nadja Noldin. Aktualisiert am 13.01.2012
Location
| Name: | Museum Franz Gertsch |
| Adresse: | Platanenstr. 3 3401 Burgdorf |
| Telefon: | 034 421 40 20 |
Infos
Datum und Uhrzeit
Donnerstag, 17.05.2012 10.00 - 18.00
Freitag, 18.05.2012 10.00 - 18.00
Samstag, 19.05.2012 10.00 - 17.00
Sonntag, 20.05.2012 10.00 - 17.00
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Website
http://www.museum-franzgertsch.ch
Beschreibung
Das grosse Vorhaben ist geglückt, Anfang 2011 vollendete der Künstler seinen magistralen Vier Jahreszeiten-Zyklus.
Kollekte
CHF 12.- / Ermässigt CHF 8.- / Samstag generell CHBilder
Es ist eine Premiere. Erstmals zeigt das Museum Franz Gertsch den 4-Jahreszeiten-Zyklus des Hauskünstlers in einem Raum vereint – und somit, wie Werke des 81-jährigen Künstlers gemeinsam funktionieren. Mindestens ein Jahr sollen die Gemälde, die sich im Besitz des Künstlers befinden, im Burgdorfer Museum hängen.
Einzeln waren die vier Jahreszeiten waren in diesem Jahr bereits an einer Gertsch-Ausstellung im Kunsthaus Zürich im Rahmen einer retrospektiven Werkschau der letzten 30 Jahre zu sehen.
Die Zeit vor 1969
Franz Gertsch begann 2007, mit 77 Jahren, mit der Arbeit an seinen vier Jahreszeiten. Für jedes Bild benötigte Gertsch gut ein Jahr. Den Anfang machte der Herbst, dann folgten der Sommer (2008/ 2009) und der Winter (2009). Das letzte Bild, der Frühling, hat er Anfang dieses Jahres vollendet. Ausgegangen ist der Maler von einer Aufnahme eines Waldstückchens hinter seinem Haus bei Rüschegg aus dem Jahr 1994, das als Vorlage für den Herbst diente.
Quasi als Kontrapunkt zu seinen neuen Gemälden widmet sich die Ausstellung dem Frühwerk des Künstlers. Seine frühen malerischen und zeichnerischen Arbeiten von den späten 1940er- bis zu den 1960er-Jahren zeigen Beziehungen zwischen jungen Frauen und Männern, Landschaften und Sagen. In den Bildern mit mythischen und märchenhaften Motiven zeigt sich Gertschs romantische Veranlagung und innere Zerrissenheit. Sie weisen oft auch melancholische Züge auf. Anders präsentieren sich die Werke ab Mitte der 60er-Jahre mit ihren grellen Farben und grossen Flächen, die zu Collagen im Pop-Art-Stil führen.
Franz Gertsch selbst setzt den Startpunkt seines künstlerischen Schaffens auf das Jahr 1969. Damals malte er das bedeutende Gemälde «Huaa!» – ein grossformatiges, fotorealistisches Bild eines reitenden und aufschreienden Offiziers. Gertsch bezeichnet es vielsagend als Werk Nr. 1. Fortan wendete er sich der realistischen Kunst zu, die schliesslich in sein Hauptwerk des 4-Jahreszeiten-Zyklus mündet.
Die Ausstellung wurde von Rainer Michael Mason in Zusammenarbeit mit dem Künstler kuratiert. «Wir wollen zeigen, wie alles begann», sagt Kurator Mason. «Denn von der Innerlichkeit zur Äusserlichkeit ist es nur ein Schritt. Und dies ist bis heute fühlbar.» Nur durch sein Frühwerk wird auch der 4-Jahreszeiten-Zyklus verständlicher.
Ergänzend sind im Kabinett des Museums die Werke der Künstlerin Anna Lea Hucht aus Karlsruhe ausgestellt. Die 31-Jährige zeigt Aquarelle und Skizzen aus den vergangenen fünf Jahren. Es ist ihre erste Ausstellung in der Schweiz. Mit Gertsch und Hucht treffen hier erneut zwei Generationen aufeinander.
Ausstellung im Museum Franz Gertsch in Burgdorf, bis 4.März 2012, Vernissage heute, 18.30 Uhr.

