Kino Aktuell Mission: Impossible - Ghost Protocol

Tom Cruise erklimmt neue Höhen

Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 14.12.2011

Auf seiner vierten «Mission: Impossible» muss Tom Cruise einen Weltkrieg verhindern. Und sich auf seine Mitarbeiter verlassen. Beides funktioniert ausgezeichnet.

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Mission: Impossible - Ghost Protocol

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Da hängt er also, zwischen Himmel und Erde, ausgerüstet nur mit einem Paar höchst unzuverlässiger Magnethandschuhe: Tom Cruise hangelt sich an der Fassade des Burj-Khalifa-Wolkenkratzers in Dubai hoch, des mit 828 Metern höchsten Gebäudes der Welt. Das Bild ist ebenso schwindelerregend wie treffend, befindet sich doch die Karriere des Hollywoodstars derzeit ebenfalls in einer Art Schwebezustand.

Höchste Zeit für Neubeginn

Der letzte Actionerfolg des bald 50-jährigen Cruise liegt fünf Jahre zurück («Mission: Impossible3»). Eigene Prestigeproduktionen wie «Operation Walküre» kamen nie richtig auf Touren. Der öffentliche Ruf litt, je mehr Cruise für Scientology warb. Und sein albernes Rumgehüpfe auf Oprah Winfreys Couch machte die Sache auch nicht besser.

Höchste Zeit also für einen filmischen Neubeginn. Und siehe da: Mit «Mission: Impossible – Ghost Protocol» hat der scheinbar alterslose Star plötzlich wieder Oberwasser.

Als US-Agent Ethan Hunt bekommt es Cruise mit einem russischen Schurken zu tun, der sich Abschusscodes für Nuklearwaffen besorgen will und dafür in Diamanten zahlt. Willkommen zurück im Kalten Krieg, willkommen auf ungesichertem Terrain, wo alles möglich scheint – auch der Umstand, dass Hunt über Nacht jeglicher US-Regierungsschutz entzogen wird, da man ihm einen Anschlag auf den Kreml in die Schuhe schiebt. Das heisst: Agent Hunt muss nicht nur ohne Netz agieren, sondern erstmals in der «Mission: Impossible»-Serie auch Mitarbeitern vertrauen, die aus unterschiedlichen Motiven in den Aussendienst gewechselt haben.

Keine nervöse Schnipselorgie

Ein labiles Konstrukt, das in diesem Film jedoch hervorragend funktioniert. Der Grund heisst Brad Bird. Der bisherige Animationsfilmer («Ratatouille») inszeniert «Ghost Protocol» weder als überfrachtetes Pyrospektakel noch als nervöse Schnipselorgie. Birds Motto: weniger Detonation, mehr Konfrontation.

Dank eines schlauen Drehbuchs (Josh Appelbaum, André Nemec), das die Figuren ernst nimmt, schaut am Ende ein Gesamtkunstwerk voller Spannung und Witz, Exotik und Erotik heraus. Die beste Szene des Films ist zugleich die leiseste: Hunt und sein drolliger Sidekick Benji (Simon Pegg) lenken eine Wache mittels Klickgeräuschen und optischer Täuschungen ab. Selten waren sich Suspense und Witz so nahe. Und ja, James Bond und Jason Bourne können von solchen Kabinettstückchen noch lernen.

Mission: Impossible - Ghost Protocol

Regie:Brad Bird
Produktion:USA 2011; 133 min.
Genre:Action, Adventure, Thriller
Erstaufführung:15.12.2011
Darsteller:Tom Cruise, Paula Patton, Jeremy Renner, Simon Pegg, Léa Seydoux

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