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«Der Verdingbub» erobert Platz 1

Von Hans Jürg Zinsli. Aktualisiert am 08.11.2011

«Der Verdingbub» legt den besten Schweizer Filmstart des Jahres hin. Den Berner Regisseur Markus Imboden freuts. Zugleich ärgert er sich über Christoph Blocher.

Aufwühlende Vergangenheit: Das Emmentaler Filmdrama «Der Verdingbub» mit Hauptdarsteller Max Hubacher (links) lockt das Publikum scharenweise in die Kinos.

Aufwühlende Vergangenheit: Das Emmentaler Filmdrama «Der Verdingbub» mit Hauptdarsteller Max Hubacher (links) lockt das Publikum scharenweise in die Kinos.
Bild: zvg

Der Verdingbub

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Cinématte, Bern 21:00

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Im Fernsehen

«Club»: Vom Verdingkind zum Pflegekind. Heute, 22.20 Uhr, SF 1.

Auf einen solchen Erfolg musste der Schweizer Film lange warten: 25000 Zuschauer strömten am ersten Wochenende in das Emmentaler Drama «Der Verdingbub» – das bedeutet Platz 1 in den offiziellen Filmcharts. Kaum zu glauben: «Der Verdingbub» verwies damit nicht nur Steven Spielbergs «Die Abenteuer von Tim&Struppi», sondern auch drei amerikanische Neustarts («Tower Heist», «Real Steel», «Paranormal Activity 3») auf die Plätze.

Inklusive Vorpremieren haben den «Verdingbuben» schon fast 30'000 Zuschauer gesehen. Das ist mit Abstand der beste Schweizer Filmstart des Jahres. Besonders erfolgreich schnitt das Emmentaler Drama um die beiden Verdingkinder Max (Max Hubacher) und Berteli (Lisa Brand) im Kanton Bern ab: Über 8000 Zuschauer lösten hier ein Kinoticket, davon allein 3000 in der Stadt Bern.

«Diese Zahlen sind wunderbar», freut sich der Berner Regisseur Markus Imboden. «Glücklich machen mich aber die Reaktionen der Zuschauer. Man spürt die Empörung gegen die Missstände.» Bei Diskussionen im Anschluss an den Film gehe die Post ab. Der Film, der ein düsteres Kapitel der Schweizer Vergangenheit aufrolle, treffe mitten ins Herz, mache aber auch Mut, sagt Imboden.

Kein Verständnis hat der 56-jährige Regisseur für Politiker, die von den damaligen Verfehlungen nichts wissen wollen: «So lange es Leute wie Christoph Blocher gibt, die, auf die offizielle Entschuldigung bei Verdingkindern angesprochen, gesagt haben sollen, sie verstünden dieses Gstürm nicht, so lange bleibt ‹Der Verdingbub› ein aktueller Film.»

Der Verdingbub

Regie:Markus Imboden
Produktion:Switzerland 2011; 110 min.
Genre:Drama
Erstaufführung:03.11.2011
Darsteller:Katja Riemann, Stefan Kurt, Maximilian Simonischek, Max Hubacher, Lisa Brand
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