Glaube, Liebe, Hochzeit

Von Regula Fuchs. Aktualisiert am 20.01.2012

Die «Winterfestspiele» des Schlachthaus-Theaters gehen weiter: mit einem bühnenreifen Hochzeitsfest und einem Stück zum Glaubensallerlei.

Ein Glückspilz? Der britische Performer Mem Morrison.

Ein Glückspilz? Der britische Performer Mem Morrison.
Bild: zvg


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Stecken Sie sich eine Nelke ins Knopfloch, richten Sie die Frisur, lächeln Sie dem Fotografen zu, und nehmen Sie an der Hochzeitstafel Platz: In der Performance «Ringside» verwandelt der britische Bühnenkünstler Mem Morrison sein Publikum in eine Hochzeitsgesellschaft. Und erzählt dieser, wie eine höchst private Entscheidung zum Sujet eines millionenfach zelebrierten Rituals wird – von der Hochzeitstorte bis zu peinlichen Spielen. Morrison verrät den anwesenden Gästen mittels Kopfhörer auch Episoden aus seiner eigenen Familiengeschichte, was sich darum als besonders ergiebig erweist, weil der Brite türkisch-zypriotischer Abstammung ist.

Für «Ringside» zieht das Schlachthaus-Theater temporär in den Sternensaal Bümpliz; in den angestammten Räumlichkeiten dagegen findet die Uraufführung von «Verkleidete Engel habe ich schon viele gesehen» statt. Das Stück aus der Feder der «Bund»-Redaktorin Rahel Bucher spielt mit der Erkenntnis, dass auch der Glaube in der Multioptionsgesellschaft austauschbar ist, gleich wie ein Kleidungsstück, das je nach Bedarf angezogen und wieder abgestreift werden kann. Im Stück, das Magdalena Nadolska inszeniert, ist eine Fernsehmoderatorin (Grazia Pergoletti) samt musizierendem Engel (Christine Hasler) in Bern unterwegs, um Menschen nach ihrem Glauben zu befragen – ob das nun der Fussball, der Kapitalismus oder Gott sei. Das Stück basiert auf Interviews mit Berner Persönlichkeiten und ist eigens für die «Winterfestspiele» zum Thema Religion entwickelt worden.

Sternensaal Bümpliz «Ringside»: 19.–21. 1., 20.30 Uhr. Schlachthaus-Theater «Verkleidete Engel»: 24.–28. 1., 20.30 Uhr.

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